Ägypten - Die Tyrannei bleibt ungestraft




Zum Jahrestag der ägyptischen Revolutionen gab es weltweit Massendemonstrationen gegen den Militärputsch in Ägypten.
Vor drei Jahren, am 25.1.2011 waren Millionen Ägypter am Tahrir-Platz und demonstrierten für Freiheit und Gerechtigkeit. Für eine Freiheit, die Muslime und Kopten, jung und alt,  Hand in Hand am Tahrir-Platz stehen ließ. Sie standen am Tahrir-Platz, bereit zu sterben, Hand in Hand, damit die nächsten Generationen in Freiheit leben können. Ägypten schrieb Geschichte!
Sie schafften es, sich von den Ketten zu lösen, die ihnen von Mubaraks Regime angebunden waren.  Heute nach drei Jahren schaut das Ganze anders aus: Verluste, Tod und ein gespaltetes Ägypten.
Mubarak trat zurück, daraufhin übernahm das Militär übergangsweise die Regierung. Im Juni 2012 wurde Mursi zum Präsidenten gewählt mit 51,7 % gegen den früheren Ministerpräsidenten Ahmed Shafik. Somit trat Mursi als Sieger der ersten freien Präsidentschaftswahlen in Ägypten in sein Amt an und war der erste frei gewählte Zivilist, denn die letzten vier Präsidenten kamen alle aus den Reihen der ägyptischen Streitkräfte.
Doch nach einem knappen Jahr entmachtete das Militär den demokratisch gewählten Präsidenten Mursi. Er war der erste frei gewählte Präsident des Landes.
Ein Putsch, welcher nicht im Westen als „Putsch“ wahrgenommen wurde! Somit nahm der Westen auch das Massaker durch Sisi gegen die Mursi-Unterstützer nicht als Massaker wahr.
Denn nach der Entmachtung von Mursi kamen mehr als 2.500 Ägypten bei Protesten am Adawiya-Platz ums Leben! Die westlichen Politiker kritisierten öffentlich das Blutbad gegen die Bevölkerung, aber sie vermieden bewusst es beim Namen zu nennen. Israel unterstützte den Putsch finanziell, denn nur durch das Militärregime ist die Sicherheit Israels gewährleistet.

Von Mubarak zu Mursi und jetzt zum General Sisi.
Ägypten bekommt eine neue Verfassung zugunsten der Armee, denn das Militär bekommt dadurch mehr Macht. Sisi kommt seinen außenpolitischen Verpflichtungen nach, wahrt den Frieden mit Israel, schließt die Tunnel nach Gaza, sodass die Verbindung von Ägypten nach Gaza versperrt ist!  Sie agiert als Staat im Staate. Mitglieder von der Muslimbruderschaft werden festgenommen. Am 25. Dezember 2013 stufte die ägyptische Regierung die Muslimbruderschaft als Terrorganisation ein. Somit ging Ägyptens Militärmacht  mit aller Macht gegen die Muslimbrüder vor.

Die Muslimbruderschaft ist  eine konservativ-islamische Bewegung, hauptsächlich in Ägypten, Syrien und Jordanien vertreten. Die Muslimbruderschaft lehnt die Gewalt als jeglichen Protestmittel ab. Dies bestätigt auch die mehr als 80-jährige Geschichte der Muslimbruderschaft in Ägypten. Die Anhänger wurden erhängt, festgenommen gestürzt. Doch sie sprachen sich für gewaltfreien Widerstand! Sie setzten sich friedlich gegen das Unrecht in ihrem Land ein. Gegen Ungerechtigkeit, Unterdrückung und Gewalt muss man sich wehren.  Sie wehrten sich, indem sie friedlich protestierten für ein freies demokratisches Ägypten. Doch wer nicht der Meinung des Regimes war wurde getötet. Somit starben im Sommer bei den Protesten gegen das Militärregime knapp 2.500 unschuldige Zivilisten.

Das Ziel – die Demokratie
Die Ägypter protestieren für ein demokratisches Ägypten und somit gegen das Militärregime. Aber unter einer militärischen Regierung kann es keine Demokratie geben. General Sisi agiert wie ein autoritärer „Reformer“. Wer heute in Ägypten echte Demokratie fordert, landet im Gefängnis oder wird getötet! Die Medien werden von der Armee kontrolliert. Medien, die abweichende Meinungen verbreiten, werden geschlossen.
Ägyptens Militär unterhält mit 420.000 Soldaten nicht nur die größte Armee der Region, sondern sie kontrolliert auch ganz Ägypten, Medien, Firmen, die der Wirtschaftsleistung Ägyptens ausmachen. Ein dunkles Imperium, das dem Land mehr schadet als nützt!!
Heute am Jahrestag wurden 60 Menschen getötet- durch das Militärregime. Sisi regiert das Land im autoritären Stil seines Vorgängers Mubarak, durch die Unterstützung von Israel.
2011 war für die Ägypter ein Hoffnungsschimmer mit einem Sonnenaufgang, welcher jetzt blutrot untergeht.
Unschuldige Menschen sterben – die Welt schaut zu! Die TYRANNEI BLEIBT UNGESTRAFT AUF DIESER WELT!

Der Arabische Frühling begann als ein Tsunami der Hoffnung – doch es wird als Tragödie der arabischen Welt in die Geschichte eingehen, der sich zum Tsunami aus Blut entwickelte.


S.S.

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