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Es werden Posts vom Februar, 2014 angezeigt.

Déjà-vu nach 17 Jahren

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17 Jahre sind vergangen. 17 Jahre nach dem postmodernen Putsch am 28. Februar 1997 gegen die demokratisch gewählte konservativ geprägte Regierung unter Necmettin Erbakan. Doch nicht nur gegen ihn, sondern auch gegen Individuen in der Gesellschaft, in Wirtschaft, Politik, in der Armee. In nahezu allen Bereichen in einem Staat wurde der konservative der Teil der Bevölkerung verdrängt, gemobbt, ausgestoßen, verhaftet, erniedrigt. Und noch heute sitzen die Opfer von damals im Gefängnis oder können heute immer noch nicht ihren Berufen nachgehen. Grund? Sie wurden als eine Gefahr für die laizistische Ordnung in der Türkei angesehen und behandelt. Ohne jegliche Beweise! Ohne jegliche handfeste Begründung! Der postmoderne Putsch wurde in Gang gesetzt, um die Gesellschaft, die Politik und die Beziehung zwischen Staat und Gesellschaft neu zu formen. Einige der damaligen Täter sitzen heute im Gefängnis, aber nicht alle Akteure. Besonders nicht die Akteure in den Medien, die auch die Rahmenbedin…

Mit Kassetten in Ketten legen

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Gestern hat sich herausgestellt, dass das Gülen-Netzwerk(!) drei Jahre lang die Telefongespräche von 7000 Menschen unbeachtet ihrer Ideologie abgehört hat. Erst der Premierminister Erdogan und seine Umgebung, dann andere bekannte Persönlichkeiten in Medien, Politik, Wirtschaft und NGO’s. Dafür haben sie eine Terrororganisation namens „Selam“ erfunden, um ihre Aktivitäten zu begründen. Die schmutzige Unterschrift unter der Ermittlungsakte gehört dem Staatsanwalt Adnan Cimen, der 2011 nach Eingang eines erfundenen vierseitigen Briefes die Polizei der Gülen-Gemeinde damit beauftragte, Telefongespräche abzuhören. Das terroristische Netzwerk Gülens hat schon viele unschuldige Journalisten verhaften lassen. Deshalb geht man davon aus, dass sie mit diesem Schein-Terrornetzwerk einen Putsch vorbereiten, um die Störenfriede aus dem Weg zu räumen. Die Namen und Nummern der abgehörten Personen wurden in fast allen Medienorganen veröffentlicht, nur die letzten beiden Ziffern nicht für den Schutz…

Das Korruptionsspiel - Woher kommen die Millionen?

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Bevor wir zum eigentlichen Thema kommen, sollte eine Erinnerung an die Vergangenheit als Einführung dienen. Ein Tag, ja sogar Stunden vor der Operation am 17. Dezember 2013 wurde ein Kurierpaket von dem Unternehmen eines AKP-Abgeordneten an den Bankdirektor der Halkbank Süleyman Aslan geschickt. Doch das Merkwürdige daran war noch, dass der Kurier seine Privatadresse bekam und Aslan vor der Lieferung des Pakets über dessen Inhalt informiert wurde, wobei er sich nichts dabei gedacht hat. Was dann geschah? Stunden später, am frühen Morgen wurde die Operation durchgeführt. Die Schuhkartons mit den Millionen von US-Dollar wurden wochenlang in den Medien ausgestrahlt.
Süleyman Aslan genießt wieder seine Freiheit. Seine Aussage, dass die Millionen Spenden für die Balkan-Universität in Mazedonien und für den Bau einer Koranschule in Osmancik benutzt werden sollte, hat sich bewahrheitet. Dabei wurden alle, die diese Tatsache mit der Öffentlichkeit geteilt hatten, als Verschwörungstheoretiker…

Die Zinslobby - Nur eine Verschwörung?

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Mit dem Namen John Perkins assoziieren sicherlich einige von den Massenmedien verblendeten Menschen Verschwörungstheorien mit seinem Buch „Bekenntnisse eines Economic Hit Man“ (Confessions of an Economic Hit Man), doch jeder, der seine Lebensgeschichte kennt und gelesen hat, weiß, dass er ein Insider ist. Er weiß, wie die Weltbank und der Internationale Währungsfonds (IWF) arbeiten. „Alles ist so konstruiert, nicht den Ärmsten zu helfen, sondern diese Länder einfach zu benutzen, um westliche Unternehmen weiter zu bereichern. So läuft der Hase.“
Über die illegalen Aktivitäten der US-Geheimdienste zur Destabilisierung von Regierungen und zum Sturz von missliebigen Staatschefs weiß jedes helle Köpfchen etwas. Hier möchte ich nicht näher auf den Inhalt und die Messages seines Buches und seiner Veranstaltungen eingehen. Vielmehr geht es mir darum, über seine Thesen und Ratschläge über die derzeitige Situation in der Türkei zu berichten, weil in der Phase des Gezi-Aufstandes die türkische …

Coup d’État mit dem Justizapparat

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„Für die Gülen-Gemeinde können wir sogar die Türkei opfern“ lautet eine Aussage in einer jüngst veröffentlichten Tonaufnahme des Gülen-Netzwerkes.
Mit ihrer Putsch-Justiz hat das Gülen-Netzwerk wieder Anweisungen an Richter und Staatsanwälte gegeben, um die türkische Regierung unter Druck zu setzen und zu stürzen. Die Äußerungen sind schockierend:
„Für die Gülen-Gemeinde können wir sogar die Türkei opfern“ „Man sollte gegenüber den Gegnern seine Religiosität verheimlichen, Vorwürfe von sich weisen und jeden Weg für den Erfolg gehen“ „Man sollte die Menschen mit ihren Schwächen bedrohen“ „Selbst wenn die AK Partei 65% erreichen sollte, könnte man sie mit Akten verurteilen lassen“
Der Premierminister wird als „Langer“ bezeichnet und ausdrücklich erwähnt, dass die MOSSAD, die CIA und die Anderen den Langen nicht mehr sehen möchten. Selbst wenn die Regierungspartei wieder bei den Wahlen erfolgreich sein sollte, möchte man sie mit einem Putsch der Justiz aus dem Weg räumen. „Wir haben nun j…

Das Befreiungsmanifest

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Entlang unserer Geschichte war es unser Schicksal, immer wenn wir als Nation stärker wurden, immer mit Separatismus, Untergängen, Bedrohungen und Angriffen konfrontiert zu werden – WIR!
Dank ALLAHs Hilfe kamen wir mit diesem Willen selbst aus komplexen Phasen unter Druck heraus, ohne zu verschwinden, ohne geteilt zu werden bis zu diesem heutigen Tag – WIR!
Wir sind eine Nation mit unterschiedlichen Ansichten, aber umso ausgeprägter sind unsere Emotionen. Wie hat eine Nation über lange Epochen seine Existenz bewahren können, über dessen Ansichten seine Gefühle für Differentiationsbemühungen benutzt wurden?
Ganz einfach. Wir sind keine Gesellschaft, so wie wir immer annehmen, dessen Gedanken im Fundament voneinander getrennt sind. Durch Wahrnehmungsspiele wurden nur unsere Ansichten getrennt. Denn tatsächlich begrenzen sich unsere Probleme mit unseren Nachbarn, Arbeitskollegen,  Händlern, Arbeitern und Nicht-Arbeitern auf Parkplätze, Lärm oder wenn der Geselle vom Händler zu spät kommt…

Das neue Internet-Gesetz - Grund zur Revolte?

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Am Mittwoch, den 05.02.2014, wurde vom türkischen Parlament ein Gesetzesentwurf zur strengeren Internet-Kontrolle verabschiedet und hat wie immer die oppositionellen Stimmen aufschreien lassen. Viele haben das Gesetz nicht im Detail analysiert und gingen gestern schon wieder auf die Straßen, ohne eine Erlaubnis von den zuständigen Behörden zu holen! So wie es in Deutschland nach § 14 Versammlungsgesetz eine Anmeldepflicht gilt, gilt dies auch in der Türkei! Was die Opposition und die Europäische Kommission stört, sind folgende Regelungen:
Der Gesetzesentwurf sieht ohne Gerichtsbeschluss (angeblich) die Sperrung von Internetseiten und –inhalten durch die türkische Aufsichtsbehörde für Telekommunikation (TIB) vor. Zudem sollen die Aktivitäten der User im Internet aufgezeichnet und für zwei Jahre abgespeichert werden.
Lasst uns einen analytischen Blick auf die bestehenden Vorwürfe werfen und über diese diskutieren:
1 Eingriff in die Privatsphäre (Ja oder nein?)
Nach Artikel 20 der Verfas…

Mahir Zeynalov - Abgeschoben oder Erloschen?

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Heute wurde in den Medienorganen der Gülen-Bewegung die Behauptung verbreitet, dass der aserbaidschanisch-stämmige Zaman-Journalist Mahir Zeynalov aufgrund seiner Tweets auf Twitter des Landes verwiesen worden sei!
Sein Tweet beinhalte eine Anschuldigung gegen die Regierung und gegen den Ministerpräsidenten Erdogan, dessen Polizisten die Anweisungen der Richter nicht befolgt hätten, Partner der Al-Qaida zu verhaften. So eine irrsinnige Behauptung und das obwohl die Türkei auch Opfer ihrer Bombenanschläge im Jahre 2003 in Istanbul wurde und auch schon vor den Anschlägen die Al-Qaida als eine Terrororganisation bezeichnet und behandelt hat!
Mahir Zeynalov ist zwar bekannt für seine provokativen, regierungskritischen Schriften bei der Zaman, vor allem nachdem die Debatte um die Nachhilfeschulen Gülens begann, obwohl er noch vor ein paar Monaten auf Twitter postete, dass er für Erdogan bete. Aber wenn es der Regierung darum ginge, Regierungskritiker durch Ausweisungen mundtot zu machen, …

Gülen - Eine gefährliche Koalition

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Erst einmal möchten wir uns bei unseren aktiven Lesern dafür entschuldigen, dass wir seit dem 26. Januar nichts über die Türkei berichtet haben. Aber in den vergangenen Tagen sind so viele neue Geheimnisse ans Tageslicht gekommen, dass wir abgewartet haben, bis sich einige Steine gelegt haben. Doch man kann heute immer noch nicht von einer Stabilität der politischen Situation in der Türkei reden – wie seit etlichen Jahren. Für die Europäer ungewohnt, für die Bevölkerung in der Türkei schon eine feste Variable. Wenn nichts passiert, geraten die Menschen in Panik(!)

Vor ein paar Tagen wurden wieder Telefongespräche zwischen Gülen und seinen Dienern veröffentlicht. Wo doch die Telefongespräche  zwischen Fethullah Gülen und dem TUSKON Generalsekretär Mustafa Günay über den „Ananas-Handel“ und die Ölraffinerien in Uganda noch frisch in Erinnerung ist, bestimmen die jüngst im Internet veröffentlichten Gespräche die Tagesordnung in den Medien und in der Politik. Die Gülen-Medien und laizist…