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Es werden Posts vom April, 2014 angezeigt.

Botschaft des Ministerpräsidenten zu den Ereignissen von 1915

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“Der 24. April, der für unsere armenischen Bürger und die Armenier weltweit eine besondere Bedeutung hat, stellt im Hinblick auf die freie Äußerung von Gedanken zu diesem geschichtlichen Thema eine wertvolle Gelegenheit dar. Es lässt sich nicht abstreiten, dass die letzten Jahre des Osmanischen Reiches, gleich welcher Religion oder ethnischer Herkunft sie angehörten, für Türken, Kurden, Araber, Armenier und Millionen weiterer osmanischer Bürger eine schwierige Zeit voller Schmerz waren. Eine faire humanistische und aufrichtige Haltung gebietet es, ohne Unterscheidung von Religion und ethnischer Herkunft jeglichen in dieser Zeit erlittenen Schmerz nachzuempfinden. Selbstverständlich sind weder die Schaffung einer „Hierarchie“ des Leids noch ein Vergleich bzw. eine Gegenüberstellung des Schmerzes für diejenigen von Bedeutung, die diesen Schmerz erlitten haben,. Wie unsere Vorfahren schon sagten „Feuer verbrennt den Ort, auf den es fällt“. Wie bei allen Bürgern des Osmanischen Reiches ist es …

Ein Fest ohne Kinder ist kein Fest

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Heute vor 85 Jahren wurde der 23. April zum Feiertag der Nationalen Souveränität und des Kindes erklärt, die vorrangig an die Eröffnung der ersten Nationalversammlung und die Souveränität der Fundamente der Republik erinnern sollte. Die Fundamente für eine Republik zu legen ist nicht schwer, aber Generationen heranzuziehen, die an die nationalen und islamischen Werte der Türkei gebunden sind, ist eine große Herausforderung. Dabei darf man nicht vergessen, dass schon die damaligen Politiker der heutigen Oppositionspartei CHP den Islam aus der Gesellschaft zu verdrängen suchten, aber letztendlich an dieser Mission scheiterten, da das Volk seine muslimische Identität nie aufgeben wollte. Die unangefochtenen Gegner des Islam konnten den Glauben überwiegend aus dem öffentlichen Leben verdrängen, doch nicht aus dem privaten Leben der türkischen und kurdischen Muslime. Mit welchen Worten appellierte Mustafa Kemal (Atatürk) an die Jugend von damals, die für die Zukunft arbeiten sollten? „Mei…

Hagia Sophia - Die heilige Sehnsucht

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Die Hagia Sophia (türk. Ayasofya) war die Hauptkirche des Byzantinischen Reiches und das religiöse Zentrum der Orthodoxie bis Fatih Sultan Mehmet im Jahre 1453 Konstantinopel eroberte und sie in die Hauptmoschee der Osmanen umwandelte. Doch Mustafa Kemal, der Gründer der Türkei, wandelte die Moschee in ein Museum um. Auch wurden andere Moscheen wie die Chora-Moschee (türk. Kariye Camii) in Museen umgewandelt oder als Viehstall benutzt. Warum er dies tat, werden wir im laufenden Text noch sehen. Einige der heutigen Gegner dieser Umwandlung führen als Argument an, dass man die religiösen Einrichtungen der Andersgläubigen nicht anrühren dürfe. Es liegt an der Tradition der Muslime, dass nach Eroberungen die größten Gebetshäuser in Moscheen umgewandelt werden. Doch in Bulgarien und Griechenland haben die Angehörigen des Christentums die Moscheen zerstört. Im Gegensatz zu dieser Praxis leben die Gebäude bei uns weiter und werden regelmäßig restauriert. Andere Kirchen, deren Gemeinden noch…

Reformen für den Geheimdienst - Überwachungsstaat?

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Nach dem überragenden Wahlsieg bei den Kommunalwahlen am 30. März 2014, wird heute im türkischen Parlament die heftig diskutierte und umstrittene Reform über die zukünftige Stellung des türkischen Geheimdienstes MIT innerhalb des Staatsapparates diskutiert, die laut der Regierungspartei Ende Juni das Parlament passieren wird. Die Kritiker sehen diese Reform als besorgniserregend an, da die Macht des Geheimdienstes erhöht werde und ihm mehr Unabhängigkeit von der Justiz verschaffe. Doch aktuellen Informationen zufolge soll das MIT-Personal nun doch nicht nur von einer Großen Strafkammer in Ankara verurteilt werden. Außerdem erlaubt der Entwurf jeglichen Zugriff auf private Daten und Bankinformationen. An dieser Stelle soll auch etwas verändert worden sein. Wenn die von der MIT angeforderten Dokumente nicht rausgegeben werden, so wird nur nach dem Türkischen Strafgesetzbuch Urteile gefallen. Im ersten Entwurf drohten Journalisten bis zu 9 Jahre Haft, wenn sie geheime Dokumente des Geh…

529 Todesurteile : Menschlichkeit 0

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Die Judikative in Ägypten war zu keiner Zeit unabhängig von der Exekutive und die in kurzer Zeit gefallenen Todesurteile gegen die 529 Muslimbrüder, die gegen den Militärputsch von General Sisi demonstrierten und für den Tod eines Polizisten verantwortlich sein sollen, sind weitere Belege dafür.  Ägyptische und internationale Menschenrechtler bezeichnen dies als ein Skandalurteil. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig, denn der Oberste Mufti wird die endgültige Entscheidung fällen. Wenn man bedenkt, dass zwischen 1981 und 2000 von den 709 zum Tode verurteilten Menschen 248 hingerichtet wurden, wird dieser Prozess selbst bei der Abänderung der Berufung einen weiteren Schatten auf die ägyptische Justiz werfen. Die Uno prangert die Todesurteile zwar an, aber offensichtlich können keine Maßnahmen getroffen werden, um den Urteilen entgegenzuwirken. So organisieren sich Menschenrechtsaktivisten vereinzelt auf den Straßen, aber mehrheitlich über Twitter und Facebook und bestehen auf die Re…