Hausarrest für den Babymörder?




Besir Atalay, einer der Stellvertreter des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan, hatte gestern bekanntgegeben, dass die Friedensverhandlungen zwischen der Türkei und der PKK einen gesetzlichen Rahmen bekommen werde, wenn der Gesetzentwurf das Parlament durchlaufe.
Im diesem Beitrag möchte ich der Frage nachgehen, ob Abdullah Öcalans Haftstrafe in ein Hausarrest umgewandelt werden kann/darf.

Abdullah Öcalan hat nach dem türkischen Strafgesetzbuch, dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte und nach den globalen Menschenrechten Verbrechen begangen und die Todesstrafe wurde zu einer lebenslangen Haft umgewandelt.
Keiner soll Gnade erwarten und auf Hausarrest drängen!

Dass Öcalan, der Führer der Kurden sei, ist ein großes Täuschungsmanöver.
Das Statistikzentrum BILGESAM hat die Kurden in der Türkei befragt, wie sie zur Türkei und ihren Werten stehen. Nur 9,9 % der Befragten plädieren für eine Unabhängigkeit, aber 86% sehen die türkische Flagge auch als ihre an. Wenn sich eine überwältigende Mehrheit der Kurden gegen Separatismus ausspricht, wäre es eine Grausamkeit für die im Osten lebenden Kurden, wenn man Öcalan nur in ein Haus einsperrt und somit den Osten der Türkei der stalinistischen PKK überlässt. 

Vor den Friedensverhandlungen hat Öcalan auch Befehle an die PKK weiterleiten lassen und hat damit Morde an türkische Soldaten gebilligt. 2011 hatte er einen Aufruf an die PKK-Terroristen gemacht:
„Ihr seht die Zustände im Jemen und in Tunesien. Wenn ihr an euch glaubt, dann werde ich euch nicht im Weg stehen. Wenn es in eurer Macht steht, so macht eure Vorbereitungen und ruft eine demokratische Autonomie ins Leben.“

Die Anzahl der ermordeten Soldaten, Polizisten, Babys, Kinder und Frauen sind im fünfstelligen Bereich. Um ihre Autorität in Südostanatolien aufrecht zu erhalten, begingen sie auch Morde an die kurdische Bevölkerung.

Hausarrest für Öcalan würde die Propagandamaschinerie in den Medien in Gang setzen.
Der Empfang der Terroristen an der Grenze sorgte schon für Aufruhr – verständlicherweise!

Der anatolische Mensch legt viel Wert auf seine Ehre und ist sehr stolz.
Der Glaube an den Islam und an moralische Werte spielt eine große Rolle in seinem Leben, den keiner aus seiner Hand nehmen kann. Dieses Volk hat den Frieden, die Liebe, den Respekt untereinander vermisst. Selbst diese Diskussion würde alle Kreise in der Türkei beunruhigen. Deshalb sollte dieser Wunsch nur beim Wunsch bleiben.

Die Mehrheit der Kurden identifiziert sich mit dem Islam und kann nicht der stalinistischen PKK und dem Mörder Öcalan überlassen werden. Der Glauben und die Weltansicht der Führungsschicht der PKK und BDP sind nicht im Einklang mit denen der Kurden.

Ein vermeintlicher Hausarrest würde den Druck und die Autorität der PKK auf Barzani, Talabani und der PYD erhöhen und die Vorstellung Europas und Amerikas von einem Kurdistan bestärken. Solch ein PKK-Staat würde in keiner Weise den Provinzen im Osmanischen Reich ähneln, die islamische und menschliche Werte aufwiesen, sondern stalinistischen Werten nachgehen. Außerdem besteht die Gefahr, dass solch eine Struktur für einige Städte in der Türkei nicht davor zurückschrecken wird, Kriege anzuzetteln.
Der Weg für die Rekrutierung mit schweren Waffen und Chemie- und Nuklearwaffen wäre dann auch frei.

Selbst heute können die Kriegsakteure im Nahen Osten die Kooperation zwischen dem autonomischen kurdischen Gebiet im Nordirak nicht dulden. Die Gründung eines Kurdistans hätte im Irak und Iran erneute Kriegsausbrüche zur Folge und das Blutvergießen würde kein Ende nehmen! Die PKK würde die Oppositionellen in einem Kurdistan mundtot machen oder ermorden.

Die Verfassung der KCK wäre diktatorisch und es ist auch kein Geheimnis mehr, dass sie eine kommunistische Diktatur anstreben. Die erste Bedingung für die Umsetzung dieser Verfassung ist die Freilassung Abdullah Öcalans.
Deshalb sollte er nicht einmal in ein Haus eingesperrt werden!
Wenn Öcalan so sehr aus dem Knast entlassen werden möchte,
wird er sich auch in einem Sarg wohl fühlen, aber mit Sicherheit
wird keiner für so einen Mörder seine Hände schmutzig machen!

Mitte 2012 hatte Ministerpräsident Erdoğan die Diskussion um eine Freilassung des inhaftierten
PKK-Führers Abdullah Öcalan mit anschließendem Hausarrest beendet!



Turgay Adalet

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