Hakan Fidan - Der osmanische Agent


Wer ist Hakan Fidan?
Warum steht er im Fokus der Amerikaner, Israelis und der Gülen-Bewegung? 

Nach dem Abschluss in Management und Politikwissenschaften an der Universität Maryland, machte er sein Masterabschluss und promovierte an der Bilkent-Universität. Vorher war er von 1986 bis 2001 Unteroffizier in der türkischen Armee. Er war von 2003 bis 2007 Leiter des Türkischen Präsidiums für Internationale Kooperation und Koordination. In diesem Zeitraum verhalf er der Türkei bei der OECD den Status der eines Spenderlands zu erlangen. Im November 2007 wurde er zum stellvertretenden Unterstaatssekretär im Ministerpräsidium ernannt.
Er betrieb seine akademischen Forschungen in der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) in Wien, im Verification Technologies Research Center in London und am Forschungsinstitut für Entwaffnung in Genf. Zudem lehrte er an der Hacettepe und Bilkent Universität.

Wollen wir mal jetzt zu den Vorwürfen und Fakten kommen:

Jahr 2012: Wenige Tage nach dem Verhör von MİT-Chef Fidan und dem Verdacht einer Zusammenarbeit mit der KCK, wurden mehr als 100 KCK-Sympathisanten festgenommen. Angeblich habe es Befehle gegeben, Bomben in Städte zu werfen.
TATSACHE: Agenten wurden in die KCK eingeschleust. Wo ist das Problem? Wenn andere Geheimdienste ihre Agenten in Terror- oder Untergrundorganisationen einschleusen, ist es in Ordnung? Aber der türkische Geheimdienst darf das nicht? 

Fethullah Gülen wollte einen seiner Männer an der Spitze des türkischen Geheimdienstes haben, aber nicht Hakan Fidan. Warum wohl?!

"Aus den Revolten des arabischen Frühlings war Fidan als einer der wichtigsten Architekten einer regionalen Sicherheitsstrategie für die Türkei hervorgegangen. Strategien, die den Interessen des jahrzehntelangen Verbündeten USA nicht selten widersprachen", steht im Wall Street Journal am 12. Oktober 2013 (Autoren: Adam Entous und Joe Parkinson).
Wer den Interessen der USA entspricht, den kann und sollte man doch nur unterstützten.

Weiterhin heißt es: "Hakan Fidan ist das Gesicht des neuen Nahen Ostens", erklärt James Jeffrey, der erst kürzlich als US-Botschafter in der Türkei und im Iran tätig gewesen war. „Wir müssen mit ihm zusammen arbeiten", sagt er. „Wir sollten aber nicht davon ausgehen, dass er sofort zu einem Freund der USA wird. Das ist er sicherlich nicht".

Washington hatte lange freundschaftliche Beziehungen zum türkischen Militär unterhalten, das die zweitgrößte Armee in der NATO stellt. Doch die türkischen Generäle sind inzwischen Erdogan, seinem engsten Berater Fidan und dem damaligen Außenminister und heutigen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu unterstellt. Sie nutzten den arabischen Frühling um die Ausweitung der regionalen Führung der Türkei zu forcieren, wie ehemalige und gegenwärtige US-Beamte behaupten.

Israel hasst diesen Mann:

David Ignatius wurde in seiner Kolumne in der Washington Post konkreter: "Die israelisch-türkischen Beziehungen sind so vergiftet, dass die türkische Regierung des Recep Tayyip Erdoğan die Identität von zehn israelischen Spionen im Iran an Teheran verriet, die sich in der Türkei mit ihren Führungsoffizieren vom Mossad zu treffen pflegten."
http://www.washingtonpost.com/opinions/david-ignatius-turkey-blows-israels-cover-for-iranian-spy-ring/2013/10/16/7d9c1eb2-3686-11e3-be86-6aeaa439845b_story.html

Vor einigen Jahren beschrieben ihn Mossad-Leute gegenüber der CIA als “den Stationsleiter des iranischen Geheimdienstes MOIS in Ankara”.
Mit seinem eigenmächtigen, unabhängigen Kurs als selbstbewusster Regional-Akteur ärgerte er aber nicht nur Israel.
So wird ihm u.a. vorgeworfen vertrauliche westliche Geheimdienstinformation an den Iran weitergeleitet zu haben.
Aber in der Vergangenheit hatte unter anderem der Oberstleutnant Turan Caglar zugegeben, dass er 12 Jahre für die CIA gearbeitet habe. Im Gefängnis beging er Suizid.
Können wir also eine Zusammenarbeit zwischen Gülens Männern und dem Mossad ausschließen? Wohl kaum.

Er macht den Israelis mehr als einen Strich durch die Rechnung und gewinnt damit ihre Feindseligkeit.
Gülen wollte ihn nicht als Geheimdienstchef haben.
Die USA hat großen Respekt, der aus ihrer Sorge resultiert.
Die Nationalisten und die türkische Linke unterstellen ihm Kriegsprovokation.

Wenn sich so viele gegen ihn auf einem schwarzen Fleck versammeln, ist es unsere Pflicht, Hakan Fidan zu unterstützen.
Die nationale Wiederbelebung des türkischen Geheimdienstes erinnert mich an die Teşkilat-ı Mahsusa.
Die Teşkilat-ı Mahsusa war eine Spezialorganisation im Osmanischen Reich. Sie führte im In- und Ausland gegen Feinde des Osmanischen Reiches Tätigkeiten wie Spionage, Propaganda und Attentate durch. 

Turgay Adalet

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