Ermittlungen wegen Terrorpropaganda


Ermittlungen gegen türkische Mediengruppe wegen Terrorpropaganda

Türkische Staatsanwälte haben Ermittlungen gegen die einflussreiche Mediengruppe Dogan wegen "terroristischer Propaganda" eingeleitet. Die Mediengruppe hatte am 19.08.2015 unzensierte Bilder von gefallenen türkischen Soldaten in Siirt und zensierte Bilder von getöteten Terroristen in Tunceli veröffentlicht.
Wenn wir als Amateure sogar sensibel mit den Bildern von getöteten Terroristen umgehen, wie können es sich professionelle Journalisten leisten, mit den veröffentlichten Bildern Terrorpropaganda zu betreiben?
Außerdem sind die Bilder nicht die einzigen Gründe, warum Ermittlungen gegen die Mediengruppe eingeleitet wurden.
Wo sollen wir anfangen?
Dass junge PKK-Terroristen interviewt und verharmlost werden?
Dass kurdische PKK-Kritiker getötet, aber ihre Täter bewusst nicht genannt werden?
Dass in den Meldungen größtenteils vermieden wird, die PKK als Terrororganisation zu bezeichnen?
Dass sich die Berichte über den bewaffneten Konflikt eher gegen Erdogan und die AKP-Politiker richten als gegen die Terrororganisation PKK?
Bitte kommt uns nicht mit "Einschränkung der Pressefreiheit".
Was wäre, wenn in Deutschland eine Zeitung andere Terrororganisationen dermaßen bagatellisieren würde?

Turgay Adalet - 15.09.2015

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