Kein Frieden mit Waffen



Türkische Bodentruppen stoßen über die Landesgrenzen in den Norden des Iraks vor, um dort Stützpunkte der PKK anzugreifen. Zuvor hatten türkische Kampfjets die Stellungen der Terrororganisation sturmreif geschossen.

Nun werden endlich auch Bodentruppen eingesetzt. Luftangriffe sind nicht immer effektiv im Kampf gegen die PKK-Pest!

Die heutige Rede des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan:

„In keinem Land der Welt haben weder Politiker, noch Medien und Intellektuelle das Recht, mit Lügen und Unterstellungen gegen den eigenen Staat zu arbeiten. Das hat nichts mit Demokratie und Freiheit zu tun. Im Gegenteil, es ist eine Entfremdung vom eigenen Land, ja, Verrat.

Trotz des Leids in dieser Zeit, bitte ich das Volk um Besinnung.
Die Schwenkung des Staates ist langsam, aber wenn es an Fahrt aufnimmt, kann keine Macht, keine Bande ihn aufhalten.
Unser Kampf richtet sich einzig und allein gegen den Terrorismus und die Terroristen. Deshalb verletzt uns jede Attacke auf unsere kurdischen Mitbürger, die nur für ihren Unterhalt arbeiten.

Um das Terrorproblem zu lösen, haben wir mit Aufrichtigkeit alle Alternativen ausprobiert. Wir haben für Demokratie plädiert, dann für nationale Einheit und Brüderlichkeit. Und als letztes der Friedensprozess, der mit der Niederlegung der Waffen durch die PKK ihren Höhepunkt finden sollte. Doch leider wurde unsere Hand ausgeschlagen.

Von nun an werden der Staat und das Volk nur die Waffenniederlegung durch die PKK als Lösung akzeptieren.
In dieser Hinsicht sollte das Volk im Südosten eine klare Position gegen diese Terrororganisation einnehmen. Die PKK und ihr politischer Arm haben den Friedensprozess sabotiert und beendet.
Es ist eine schmutzige Propaganda, zu behaupten, dass der Staat, die Regierung und sogar meine Person den bewaffneten Konflikt angezettelt hätten.
Die Regierung, der Staat und meine Wenigkeit haben uns nicht für Repressionen bemüht, sondern um das Leben aller Bürger.
Wer die Schuldigen für die heutigen Zustände sucht, der sollte nicht nach Ankara, sondern in die Kandil-Gebirge schauen.
Wir haben kein Problem mit den in der (südöstlichen) Region lebenden Menschen, sondern mit denen, die PKK-Propaganda betreiben und sie direkt oder indirekt unterstützen.

Was die 400 Abgeordneten angeht, habe ich schon vor dem 7. Juni erklärt, dass damit eine neue Verfassung für eine neue Türkei ausgearbeitet werden kann. Diese Worte beziehen sie auf die seit zwei Monaten fallenden Soldaten. Wie kann man so vom Ziel ablenken? Was sind das für Medien? Erst veröffentlichen sie diese Desinformation, dann löschen sie sie wieder. So versprühen sie erst ihren Gift und Virus.

Wir waren damals auch im Oppositionslager, aber haben nie eine Atmosphäre der Gewalt geschaffen oder es zugelassen. Sehen sich die Oppositionsparteien nicht in der Verantwortung?

Die Kooperation zwischen der Armee, Polizei und des Geheimdienstes im Kampf gegen den Terror wird zweifellos mit Erfolg gekrönt werden.
Wir haben dieses Land nicht auf der Straße gefunden. Die Zukunft des Staates werden wir nicht 2-3 Terroristen und ihren Handlangern überlassen. Während wir die Terrororganisation und andere Banden bekämpfen, werden wir auch den anderen staatlichen Pflichten nachgehen.“

(Übersetzung) Turgay Adalet – 08.09.2015

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