PKK-Terror und die Reaktion der Medien



Welcher gesunde Menschenverstand toleriert schon diese Zerstörungswut?
Die gewalttätigen Übergriffe auf Medienhäuser in der Türkei gehen weiter. Am Dienstag traf es neben der eher regierungskritischen Hürriyet auch die eher regierungsfreundliche Sabah. Ultra-Nationalisten und AKP-Wähler sollen gegen die Berichterstattung der Dogan-Medien über die Terrororganisation PKK protestiert haben. Denn vor allem die Medien des Medienmoguls Aydin Dogan können bei fast jeder Meldung den Täter nicht beim Namen nennen. Der Begriff Terror wird mit Auseinandersetzungen ersetzt. Die Wut und Empörung sind natürlich nachvollziehbar, weil wir uns auch über die Haltung der deutschen Medien gegenüber einer Terrororganisation zu Recht aufregen, aber mit solchen Aktionen spielt man ihnen nur in die Hände.
Auch die Übergriffe auf HDP-Büros dürfen wir trotz ihrer Nähe zur PKK nicht tolerieren. Zum einen ist das nicht unsere Art, zum anderen profitieren sie nur dadurch. Die Anhänger der Terrororganisation PKK üben in den Metropolen genug Gewalt aus, aber muss die Antwort darauf dieselbe sein? Vor allem unschuldige Kurden anzugreifen, die nur in Frieden ihre Arbeit machen, darf mit nichts gerechtfertigt werden. Denn somit stärkt man einer der Ziele der PKK; die Polarisierung der Gesellschaft. Ein Kampf zwischen Kurden und Türken ist erwünscht. Möchtet ihr das? Nein.
Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat die Übergriffe auf die HDP-Parteigebäude verurteilt, aber erwartet auch von den HDP-Politikern die Anschläge der PKK zu verurteilen. Sie sollen sich entscheiden, ob sie mit Waffen oder mit Demokratie ihre Rechte suchen möchten.
Weil die Dogan- und PKK-Medien alle Wähler, die an diesen Übergriffen mehr oder weniger teilgenommen haben, wie blutrünstige Terroristen darstellen und an den Sivas-Massaker erinnern, möchte ich an dieser Stelle einiges loswerden.
Dass gerade die Dogan-Medien, die die Zerstörungswut während des Gezi-Aufstands bewusst ignorierten, heute versuchen, bestimmte Kreise zu diffamieren, zeigt wieder einmal ihre Doppelmoral.
Die PKK-Medien sollten die letzten sein, die das als Terror bezeichnen, aber die Anschläge der Terrororganisation PKK mit allen Mitteln rechtfertigen.
Und noch was:
Keine Terrororganisation der Welt hat es so leicht wie die PKK in der Türkei. Sie töten und verüben Anschläge, aber die Schuldigen werden in Ankara gesucht. Bravo, tolle PKK-Propagandisten!
Wir haben ein Land, in dem einige Nationalisten mit der PKK gegen den Präsidenten kämpfen, anstatt mit dem Präsidenten gegen die PKK zu kämpfen. Traurig!
Wenn man Terroristen Terroristen nennt, dann ist das der Glaube an die Demokratie. Aber wenn man Menschen aufgrund ihrer Ethnie angreift, ist das Faschismus.
Merkt euch das:
Wer der PKK helfen möchte, sollte tollwütig auf die Straßen gehen.
Wer die gefallenen Soldaten verraten möchte, sollte mit Steinen Gebäude zerstören.
Doch wer sein Land liebt, sollte entweder zu Hause bleiben oder nur an friedlichen Demonstrationen gegen den PKK-Terror teilnehmen und Provokationen in der Masse verhindern.
Turgay Adalet – 09.09.2015

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