Terror vor dem Terror bekämpfen


Spanien, März 2004: 191 Tote
England, Juli 2005: 56 Tote
Frankreich, Januar 2015: 12 Tote
Frankreich, November 2015: 130 Tote
Belgien, März 2016: 37 Tote

Vor den letzten beiden großen Terroranschlägen in Europa hat die Türkei die Behörden in Frankreich und Belgien gewarnt. Leider wurden die Warnungen ignoriert - was noch milde ausgedrückt ist.
Man kann aber nichts darüber sagen, ob diese Terroranschläge verhindert worden wären, wenn sie auf die Türkei gehört hätten. Denn kein Land der Welt kann zu 100% für die Sicherheit des Landes und der eigenen Bevölkerung sorgen. Wenn aber Fahrlässigkeit vorliegt, müssen die Konsequenzen daraus gezogen werden.

Keiner von uns ist Terrorexperte, aber auf ein Land, das seit über 30 Jahren von einer Welle von Terroranschlägen heimgesucht wird, nicht zu hören, zeugt von einer ungesunden Mischung aus Arroganz und Ignoranz. Die Leidtragenden sind meist einfache Bürger.
Die Terrororganisation PKK trifft mit ihren Anschlägen mal auf Zivilisten, mal auf Sicherheitskräfte. Also eigentlich das, was Europa im 21. Jahrhundert seit 2004 kennt - unabhängig von der Intensität und Wiederholung der Anschläge.

Ob wir uns, Türken und Kurden, an den Terror gewöhnt haben oder nicht, kann man daran erkennen, dass jeder Anschlag dieselben Gefühle auslöst wie beim ersten Anschlag, an den wir uns erinnern können.
Viele fragen sich dann, warum unsere Wut und Trauer wächst, wenn die Medien die PKK-Terroristen verharmlosen und als Aktivisten oder Freiheitskämpfer bezeichnen. Woher nehmen sie sich das Recht, der Türkei den Dialog mit der Terrororganisation PKK aufzuerlegen? Wurde versucht, ist gescheitert, weil sich u.a. herausgestellt hat, dass die PKK während des Waffenstillstands Waffen deponiert hat - für einen Endkampf?

Wie würden sich die Hinterbliebenen der Opfer fühlen, wenn die Türkei den europäischen Staaten, die auch von der Terrormiliz Daesh angegriffen wurden, einen Dialog mit diesen Terroristen vorschlagen würde? Klingt das nicht absurd?
Dialog mit Terroristen, die keine Grenzen kennen, ist unmöglich. Die Türkei spürt dies jetzt am eigenen Leib.
Der Kampf gegen den Terror muss deshalb in allen Bereichen geführt werden, nicht nur mit Waffen. Die Staaten müssen die jungen Menschen ohne Zukunftsperspektive für sich gewinnen.
Bei der psychologischen Kriegsführung gegen alle Terroristen müssen die Medien eine Sprache sprechen. Gleichschaltung? Keine Angst, eine Gleichschaltung gegen den Terror schadet nicht der Pressefreiheit.
Gegen den internationalen Terrorismus muss die internationale Kooperation verbessert werden.



Turgay Adalet - 24.03.2016 

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